In voran gegangen Blogs hatte ich ja bereits angedeutet, dass ich den Begriff SILENT TREATMENT näher unter die Lupe nehmen möchte.

Zunächst helfe ich euch diesen Begriff zu definieren.

Der Begriff „Silent Treatment“ wird mit dem Wort „Schweigebehandlung“ übersetzt. Es ist eine Form der passiv, aggressiven Kommunikation.

Bevor ich weitere Details niederschreibe, lasse ich euch an meinen Erfahrungen, der „Schweigebehandlung“ teilhaben.

Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass mir das Leben ordentlich den Hintern versohlt hat. Wer den Löwenmut gelesen hat, weiß genau wovon ich rede.

Nichts desto trotz, bin ich immer wieder auf der suchenden Kommunikationsschiene gelandet. Immer wieder stand meinerseits das Angebot zu reden. Zu reden, mit meinen drei Töchtern. Diese Handreichung war vielseitig.
Vornweg nehme ich jetzt gleich, dass offensichtlich die Feigheit siegte und es nie zu einem respektvollen Gespräch gekommen ist.

Es ist mein Weg

Mein Weg, an die Öffentlichkeit zu gehen, stieß natürlich auf Widerstand und Unverständnis. Kurz anmerken möchte ich in diesem Zusammenhang, dass außer mir, diesen Weg auch keiner verstehen muss oder ihn sogar gehen muss… Es ist = MEIN = Weg!

Nachdem ich das dritte Interview führen durfte, war ein namentlich bekannter Fernsehsender interessiert daran, auch die Seite meiner Kinder zu hören. Die zweite Seite der Medaille unseres Dramas.
Ich stellte den Kontakt her. Wie nicht anders zu erwarten war, wurde ich in Sekundenschnelle daraufhin blockiert.

Eine Annährung konnte nur noch über Umwege stattfinden.

Die Journalistin nahm noch einmal erfolglos den Kontakt auf. Wir sahen nur eine Möglichkeit, über die Anwältin meiner Tochter zu kommunizieren. Wie unschwer zu erkennen ist, war ich sehr bemüht einen Kontakt herzustellen, damit ich endlich die langersehnten Antworten bekomme.

Die Mitteilung der Anwältin war wieder ernüchternd. Aber nichts anderes hatte ich erwartet.
Meine Mandantschaft ist zu keinem Gespräch bereit.

Keine Antwort

Sie sind noch betroffen von dem letzten Interview, welches damals in meiner Selbsthilfegruppe geführt wurde. Dort wo viele verlassene Großeltern zu Wort kamen. Großeltern, die auf diese Missstände aufmerksam machten. Aber auch auf ihr Leid und ihre Tränen.

Den Dreh absolvierte ich ohne, dass man die zweite Meinung hören konnte…
Vielleicht aus Feigheit, vielleicht, weil das imaginäre Kartenhaus zusammenfallen würde, vielleicht aber, auch um mich weiter abzustrafen. Auch hier kann ich nur spekulieren, denn die Antwort kennen allein meine Töchter. Mir blieben sie diese Antwort schuldig… Bis heute!

Welche Lügen standen im Raum?
Was wurde den Enkelkindern alles untergejubelt, damit sie auch den geistigen Sondermüll glauben? Sollte meine Sicht der Dinge nie ans Licht kommen?
Also treffen wir mit unserem Silent Treatment und dieser Ignoranz doch glatt mal „VORSORGE“.

Leider ist dies eine wirksame Manipulationsmethode. Keineswegs selten. Eine Methode, dem anderen seine ganze Verachtung aufzuzeigen. Ich hatte verstanden.

Verstanden

– dass ich keines Wortes mehr würdig bin
– dass ich mit völliger Missachtung abgestraft werde
– dass man mich auflaufen lassen kann
– dass kein Dialog mehr möglich ist.

Diese versteinerte Haltung löst natürlich im ersten Moment Schuld und Schamgefühle aus. Alles sollte die mangelnde Wertschätzung meiner Person, ihrer Mutter, noch einmal unterstreichen. Dieses provozierende Desinteresse erzeugte in mir natürlich Ohnmachtsgefühle… Da gibt es nichts schön zu reden.

Einen kleinen Schritt entfernt, waren wir nur noch vom Ghosting. Die Steigerungsform, die in vollständigen Kontakt und Kommunikationsabbruch endet. Auch das, mit Bravour erledigt… Auch da ein Haken dran.

Was aber nie bedacht wird und was ich mittlerweile zwischen den Zeilen lese oder wahrnehme…

Mit der Gesprächsverweigerung bringt dein Gegenüber seine Verletzlichkeit zum Ausdruck. Hätte man da nicht anfangen können um uns selbst zu heilen. Pflaster auf all unsere Wunden zu kleben. Uns gegenseitig auffangen? Alles auf Werkseinstellung zurück fahren? Wo ein Wille……….

Meine Ernte hatte ich zwangsläufig eingefahren. Sie gipfelte nun in völliger Emotionslosigkeit meiner Kinder.
Ein konstruktives Gespräch wäre doch so heilsam gewesen, aber man hält an den anormalen Verhaltensweisen fest.

Quelle: Pixabay

Mir hilf eine Familienaufstellung sehr, dieses Gefühl zu verstehen, den Nebelschleier zu lüften. Tränen flossen, mich schüttelte es. Aber die Erkenntnis war nachhaltig ein Segen.
Für deine Wunden kannst du nichts. Aber deren Heilung, liegt allein in deiner Verantwortung.

Nun habe ich Bedenken, dass auch meine Enkelkinder nie lernen werden, wie man richtig kommuniziert, mit Offenheit, Respekt und liebevollen klaren Argumenten.

Ich habe es in all den Jahren gelernt und hatte Personen an meiner Seite, die mir wieder geholfen haben aufzustehen.

Die Zeit hat mir gezeigt, dass wenn die Schwierigkeiten übergross werden, man durchaus auch daran wachsen kann und wir uns auch verändern dürfen. Altes Loslassen, damit das Neue einen Platz findet.

Zum Glück habe ich verstanden, dass ich mich nur allein „retten“ kann, ohne Reaktionen vom Außen – und ohne mich komplett aufzugeben.

Kommunikation

Nur durch Kommunikation lassen sich Missverständnisse lösen. Nur durch Kommunikation, kann ich mitteilen, gewisse Dinge zu bereuen. Nur durch Kommunikation verlasse ich die Welt der Manupulation. Nur durch Kommunikation hat Spekulation eine Ende.

Euer Schweigen ist gleichzeitig eure Qual… Eure Schweigebehandlung wirkt sich nicht nur negativ auf euer Selbstbild aus, ihr versperrt euch damit auch den Weg zur inneren Freiheit.

Ich kann nachempfinden, was euch fassungslos macht. Ich fühle eure Wut und Verunsicherung, eure Unversöhnlichkeit, die auch euch jede Lebensqualität nimmt.

Silent Treatment ist die Strategie eines inneren Kindes, dass verletzt ist, sich nicht gesehen fühlt.
Vermutlich ist es die einzige Möglichkeit, mit seinen Gefühlen umzugehen, um sich damit vor weiteren „scheinbaren“ Verletzungen zu schützen.

Wie kommt es zum Silent Treatment?

Da ein Mensch mit einer Persönlichkeitsstörung (nicht hirnorganisch), oft über eine mangelnde Selbstreflektion, mangelnde Kritikfähigkeit aufgrund einer labilen Persönlichkeit ohne wahres Selbstbewusstsein verfügt, ist er sofort antriggerbar und nutzt seine gelernten Strategien noch im Erwachsenenalter.

Das Tragische im Leben vieler Menschen ist, dass sie überall nach einem Selbstwertgefühl suchen, nur nicht in ihrem Inneren. Leider.

Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, der weiß, dass ich immer einen kleinen Schmunzler als Highlight setze.

Bitte schön, hier ist er…

Wem mein Leben nicht gefällt, der kann gern sein Eigenes leben.

Genug Tränen

Von der Lesung in Köln ging es direkt zum Stand von „Genug Tränen“ in Leipzig.
Dort durfte ich sehr interessante und aufschlussreiche Gespräche mit verlassenen Vätern führen.

Um Einzelheiten zu erzählen, wird es einen separaten Blog Beitrag dazu geben.

Ich danke aber jedem Einzelnen, der den Mut aufbringt und seine Geschichte laut erzählt. Ihr seid Helden ❤️, denn ich weiß wieviel Überwindung es euch kostet. 🙏

Stand in der Peterstraße